Im Idealfall wissen wir vor dem Übergang, was als nächstes kommt und können das Lichtpult auf einen dazu passenden Wechsel vorbereiten. Meist ist keine Zeit, auf das Notebook zu schielen oder der DJ steht gar nicht neben uns, also muss das "blind" gehen. Wir sollten auch die Besonderheiten der Tracks und die Arbeitsweise der DJs kennen, um mit dem Licht schnell genug passend zu reagieren.
Das Licht über der Tanzfläche soll ein Stück weit die Sicht rauben, aber die Gäste nicht quälen. Je nach Musikrichtung wählen wir weiche, warme oder grelle Farben, schnelle oder langsame Bewegungen und zusätzliche Effekte, die die Ausgabe der Geräte verändern.
Ohne Nebel (oder auch Haze) würdet ihr das Licht in der Luft nicht sehen, außer es blendet euch direkt. Die passende Menge Nebel macht die Strahlen um euch herum sichtbar, ohne sie würde nur sehr schwer Stimmung aufkommen und man könnte sich das Licht fast sparen.
Wir geben keine Musikwünsche an die DJs weiter, ihr müsst schon selbst mit ihnen reden. Vielleicht müsst ihr etwas warten, aber dann können die DJs euch direkt Feedback geben, z.B. weil sie den gewünschten Titel vielleicht schon gespielt haben oder er ihnen nicht ins Konzept passt. Und wir können weiter unseren Job machen ;)
Patrick kümmert sich um das Team und immer genug Aktive, damit alle Läden ohne Stress versorgt werden können. Er übernimmt auch die Einteilung der Lightjunkies auf die Veranstaltungen.
Wenn die Clubs das wollen, begleiten wir deren Lichtkonzept. Der Großteil wird bei Dienstleistern eingekauft und von den Festangestellten geregelt, aber wir haben mehr Zeit für's Detail ;)
Wir unterstützen die Festangestellten in den Läden bei Reparaturen, wenn Geräte defekt sind. Gern beteiligen wir uns auch bei Erneuerungen.
In Molkerei, Cubes und Ama stehen identische Lichtpulte und wir kümmern uns um ein ladenübergreifendes grundlegendes Bedienkonzept.
Wir erstellen grundlegende Dokumentation und Weisen das Personal in die Basics ein, damit auch ohne Techniker vor Ort das Licht hochgefahren und kleinere Probleme gelöst werden können.
Manchmal wird eine Funktion benötigt, für die es kein fertiges (und bezahlbares) Gerät gibt. Der eine oder andere kann da mit Mikrocontrollern, Sensorik, Funkübertragung und etwas Programmierung Lösungen schaffen. Oder der Lasercutter muss ran ;)
Bereits zur Schulzeit hat sich Patrick als Technik-Nerd für Licht begeistert. Durch Schwimmvereins-Kontakte zu Lars und Nils, die damals "Flashlight" gegründet haben, konnte er etwas DIY- und Mobil-Disco-Luft schnuppern. Mit den beiden Jungs Veranstaltungen und passende Technik planen, hin fahren (die beiden hatten noch keinen Führerschein ;), Aufbauen, Programmieren, (meistens viel zu kurz) Licht machen, wieder abbauen und alles nach Hause fahren. Das hat Spaß gemacht, es sollte aber nie Hauptberuf werden. Da fand er Computer und das Internet passender ;)
Durch Veranstaltungen (mit Flashlight-Technik) im Freundeskreis wurde der Kontakt zu Torsten intensiver und irgendwann waren wir ein eigenes Team und haben gemeinsam komplette Parties geschmissen und uns um Musik und Licht gekümmert. Ein riesiger Spaß aber parallel zum Berufsleben und anderen Hobbies dann immer schwieriger.
Als Partygänger mit Technikbegeisterung lernte Patrick irgendwann die DJs und Veranstaltungstechniker in den verschiedensten Clubs und in der Weser-Ems-Halle kennen und konnte dort ab und zu nebenher etwas Licht machen. Nach einem beruflichen Wechsel nach Süddeutschland hat er es nicht lange ohne Nachtleben ausgehalten und einen größeren Club ohne Techniker gefunden und sich dort immer intensiver gekümmert, bis der Laden der mit der Zeit zur zweiten Heimat wurde. Auch der Laden hat sich an die intensive Licht-Betreuung gewöhnt und so hat Patrick einen zweiten Mann gesucht, der dann an Heimatwochenenden und während des Urlaubs übernommen hat. "Der Lichtmensch" war nicht mehr allein und die LightJunkies waren geboren ;)
Nach acht Jahren zurück in Oldenburg mit nie ganz eingeschlafenen Kontakten wurde Patrick in der Freizeit zur "Lichtschlampe" im Cubes und teilweise im Ama und im Loft. Immer komplexere Lichttechnik war irgendwann nicht mehr für DJs nebenher bedienbar, Läden wurden umgestaltet, Patrick wurde es allein zu viel. Also mussten wieder andere mit dem selben Spleen gefunden oder frisch für das Nebenher-Licht begeistert werden und die LightJunkies waren (wieder)geboren.
Auch wenn sich niemand in den Läden einen weiteren Kostenfaktor gewünscht hatte und es "früher" ja auch alles ohne extra LJs ging, hat sich die Extra-Betreuung bewährt. Zur Musik passendes Licht ist eben doch besser als durch laufende Programme. Die DJs können sich auf ihren Job konzentrieren und haben im Problemfall technisch versierte Laden-Kenner an der Hand. Geräte halten länger, wenn sie gepflegt werden und nicht jeder dran rum spielt.
Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier. Ein größeres Team ermöglicht jedem ein Privatleben und Patrick kann beruhigt auf anderen Hochzeiten tanzen, weil sich ja andere um "sein Baby" kümmern. Einsätze am Licht sind eher Kür als Pflicht :)
Als die Molkerei zur Club-Familie dazu kam, wurde die Marke von 200 jährlichen Veranstaltungen mit LightJunkies am Pult geknackt. Außerdem wurden die alten Licon-Pulte durch MA dot2 ersetzt und ein ladenübergreifendes Basis-Bedienkonzept geschaffen. Die LightJunkies wurden zum festen Teil des Nachtlebens in Oldenburg.
Aktuell sind wir zu siebt aktiv und werden im Notfall von zehn Lightjunkie-Veteranten unterstützt. Falls Du Dir vorstellen kannst, dass die LightJunkies was für Dich wären (und Du für uns): melde Dich!
Du solltest etwas Technikbegeisterung und Gefühl für Musik mitbringen. Feiernde Leute um Dich rum sollten Dich nicht aus der Ruhe bringen, damit Du notfalls auch ein bockiges Pult zu genau zur DJ-Eskalation passendem Licht überreden kannst ;)
Nach über 5 guten Jahren mit vielen legendären Veranstaltungen ist der Molkerei Klub Geschichte und wenig später legt die Corona-Pandemie die komplette Gastronomie lahm. Wer auf eine nur kurze Pause gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt und die "Nebenher-Lightjunkies" konnten kein Licht mehr für Clubs und deren Gäste machen. Den hauptberuflichen Veranstaltungstechnikern und -kaufleuten ging es nicht viel besser und deren Betriebe mussten eine lange Durststrecke überstehen. Zum Glück ging es für diese Ende des Jahres mit Ausnahmen wieder los...
Die Clubs sind endlich wieder offen! Als Lightjunkies stehen wir aktuell jeden Öffnungstag im Cubes und unterstützen Technik und Licht im Loft und ab und zu auch im Ama.
Im Team gibt es auch Veränderungen: manche haben die Bedenkzeit und viele freie Wochenenden (und regelmäßigen Schlaf) auch genossen oder gar neue Hobbies erschlossen und wollen nicht (regelmäßig) zurück an die Pulte. Andere sind jetzt hauptberuflich bei Teno (ehem. MPA/Flashlight) oder YEO eingespannt. Und Patrick ist über 40 und muss sich auch überlegen, wie viele Nächte er noch am Pult stehen möchte... ;)
Also mal sehen, was 2022 bringt und in welchem Unfang es weiter geht! Zunächst brauchen wir frisches Blut für November und Dezember - die Clubs und die Gäste haben Einiges nachzuholen! Dafür müssen die fehlenden Leute ersetzt werden, Ende des Jahres öffnet das Viertel und da brauchen wir neue Leute. Außerdem gibt es für Loft, Cubes und Gesellig abseits der Nächte viel zu tun. Also meldet euch! Egal, ob ihr neu ins Thema rein schnuppern wollt oder schon Erfahrung habt!